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NEAR Protocol Upgrade: Quantensichere Signaturen sind live

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NEAR Protocol Upgrade als abstraktes Blockchain-Netzwerk mit quantenresistenter Signaturschicht und dynamischen Shards

Das NEAR Protocol Upgrade auf Protokollversion 86 ist im Mainnet aktiv: Das Netzwerk unterstützt nun optionale Signaturen nach dem Post-Quanten-Standard ML-DSA-65 und kann Shards abhängig von ihrer Zustandsgröße automatisch aufteilen. Der öffentliche Mainnet-Status meldete am 21. Juli 2026 Version 86. Das ist ein konkreter technischer Fortschritt, aber weder ein Beweis für vollständige „Quantensicherheit“ noch eine automatische Umstellung aller bestehenden Konten.

Die offiziellen nearcore-2.13.0-Release-Notes führen ML-DSA-65 als dritte Signaturmethode neben Ed25519 und secp256k1 auf. Zudem stabilisieren sie dynamisches Resharding. NEAR veröffentlichte am 20. Juli eine begleitende Mitteilung; die Mainnet-Aktivierung lässt sich unabhängig davon am aktuellen Protokollstatus erkennen.

NEAR Protocol Upgrade: Das Wichtigste

  • NEAR Mainnet läuft seit dem 20. Juli 2026 mit Protokollversion 86; ein öffentlicher RPC-Status bestätigte Version 86 am 21. Juli.
  • ML-DSA-65 nach dem NIST-Standard FIPS 204 ist als zusätzliche Signaturmethode verfügbar.
  • Die Nutzung ist optional: Bestehende Ed25519- und secp256k1-Schlüssel verschwinden nicht automatisch.
  • Dynamisches Resharding kann Shards an Epochengrenzen anhand ihrer Zustandsgröße aufteilen.
  • Das Upgrade verbessert die Migrationsfähigkeit gegen künftige Quantenangriffe, macht aber nicht automatisch alle Anwendungen, Wallets und fremden Assets quantenresistent.
  • Für Anleger folgt aus der technischen Aktivierung weder eine Kursprognose noch eine Garantie höherer Nutzung.

Was Protokollversion 86 aktiviert

nearcore 2.13.0 bereitete die Protokolländerungen vor; Validatoren stimmten anschließend über Version 86 ab. Der am 21. Juli abgefragte Mainnet-Knoten meldete sowohl die laufende als auch die neueste Protokollversion mit 86. Damit ist nicht bloß Client-Code veröffentlicht, sondern die zugehörige Protokollfunktion im Netzwerk aktiv.

Das NEAR Protocol Upgrade bündelt mehrere Änderungen. Für Nutzer besonders relevant sind die neue Signaturalternative, dynamisches Resharding und Meta-Transaktionen mit sogenannten Gas Keys. Daneben enthält die Version technische Anpassungen an Synchronisierung, Ausführungsmetadaten und Transaktionsprüfung. Diese Details zeigen, warum ein Mainnet-Upgrade mehr ist als eine Marketingmeldung: Validatoren müssen kompatible Software ausführen, bevor neue Regeln netzwerkweit gelten.

Ein vergleichbares Grundprinzip gilt auch bei anderen Netzwerken. Unser Überblick zu Ethereum-Upgrades und Glamsterdam erklärt, warum Client-Veröffentlichung, Aktivierungszeitpunkt und tatsächliche Nutzerwirkung getrennt betrachtet werden müssen. Bei NEAR ist Version 86 jetzt aktiv; die praktische Verbreitung quantenresistenter Schlüssel beginnt jedoch erst danach.

Wie ML-DSA-65 Konten schützt

ML-DSA steht für Module-Lattice-Based Digital Signature Algorithm. Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology standardisierte das Verfahren 2024 als FIPS 204. Es soll digitale Signaturen gegen Angriffe absichern, die leistungsfähige Quantencomputer künftig auf heute verbreitete Public-Key-Verfahren ermöglichen könnten.

NEAR integriert die Variante ML-DSA-65 als zusätzliche Konto-Schlüsselart. Ein Vorteil des Kontomodells: Lesbare Account-IDs sind nicht dauerhaft an genau ein kryptografisches Schlüsselpaar gebunden. Berechtigte Schlüssel lassen sich austauschen, ohne die Konto-ID oder sämtliche Vermögenswerte auf eine neue Adresse zu migrieren. Laut Release-Notes speichert das Netzwerk den fast zwei Kilobyte großen öffentlichen ML-DSA-Schlüssel nicht vollständig im Trie, sondern legt dort einen 32-Byte-Hash ab. Für die aufwendigere Prüfung einer ML-DSA-Signatur werden zusätzliche 100 TGas berechnet.

Diese Architektur erleichtert die Krypto-Agilität, ersetzt aber keine sichere Bedienkette. Wallets, Hardwaregeräte und Anwendungen müssen die neue Schlüsselart korrekt unterstützen. Eine unabhängige Einordnung von Tech Times beschreibt die Schlüsselrotation als wesentlichen Unterschied zu Netzen, bei denen Adressen unmittelbar aus einem klassischen Public Key abgeleitet werden.

Was dynamisches Resharding verändert

Sharding verteilt Zustand und Transaktionsverarbeitung auf mehrere Teilbereiche des Netzwerks. Bisher erforderte eine neue NEAR-Shard-Aufteilung eine fest definierte Konfiguration in einem Protokoll-Upgrade. Version 86 stabilisiert einen Mechanismus, der einen Shard an einer Epochengrenze automatisch teilen kann, wenn seine Laufzeit-Zustandsgröße einen Schwellenwert erreicht.

Das Ziel ist Kapazität, die auf tatsächliches Wachstum reagiert. Das bedeutet nicht, dass jede Anwendung plötzlich beliebig viele Transaktionen verarbeitet. Smart-Contract-Ausführung, Datenzugriff, Netzwerkkommunikation und die Lastverteilung zwischen Shards bleiben reale Grenzen. Auch automatisches Teilen muss unter Produktionslast beobachtet werden, bevor belastbare Aussagen zu dauerhaftem Durchsatz möglich sind.

Zur Einordnung hilft der Blick auf andere Skalierungsmodelle: Cardano Hydra verlagert ausgewählte Interaktionen in sogenannte Heads außerhalb der Basisschicht, während NEAR mit dynamischem Resharding die Arbeitsaufteilung innerhalb des Layer-1-Protokolls verändert. Beide Ansätze adressieren Skalierung, sind technisch aber nicht austauschbar und sollten nicht anhand isolierter TPS-Zahlen verglichen werden.

Grenzen und offene Risiken

  • Optionale Migration: Ein Konto bleibt mit klassischen Schlüsseln angreifbar, solange Berechtigungen nicht auf ML-DSA umgestellt wurden.
  • Wallet-Unterstützung: Ohne kompatible Software und sichere Sicherungsprozesse kann die neue Methode nicht verlässlich genutzt werden.
  • Keine vollständige Kette: Bridges, Smart Contracts, Offchain-Systeme oder über NEAR verwaltete Assets anderer Chains können eigene klassische Signaturen verwenden.
  • Neue Implementierung: Standardisierung schützt nicht vor Fehlern in Code, Integration oder Schlüsselverwaltung. Laufende Audits und Betriebserfahrung bleiben nötig.
  • Ungewisser Zeitplan: Wann Quantencomputer heutige Signaturverfahren praktisch brechen könnten, ist offen. Vorsorgliche Migration ist Risikomanagement, keine Aussage über einen unmittelbar bevorstehenden Angriff.
  • Skalierung unter Last: Dynamisches Resharding ist nun aktiv, muss seine Robustheit aber bei realen Lastspitzen und Shard-Übergängen beweisen.

Die Formulierung „quantensicher“ sollte deshalb eng verstanden werden: Das Protokoll bietet eine nach heutigem Standard post-quantenresistente Signaturoption. Es garantiert nicht, dass jedes NEAR-Konto bereits migriert ist oder das gesamte Ökosystem keine anderen kryptografischen Schwachstellen besitzt.

Was Nutzer und Validatoren beachten sollten

Nutzer sollten eine Schlüsselumstellung nur mit Wallets oder offiziellen Werkzeugen vornehmen, deren ML-DSA-Unterstützung dokumentiert und geprüft ist. Alte Schlüssel sollten erst entfernt werden, wenn Wiederherstellung, Signieren und Zugriff mit der neuen Methode verifiziert sind. Unaufgeforderte „Migrationshilfen“, Seed-Phrase-Abfragen oder angebliche Quanten-Notfälle sind ein naheliegendes Phishing-Risiko.

Validatoren und Node-Betreiber müssen die Anforderungen der 2.13-Reihe beachten. Die Release-Notes weisen unter anderem darauf hin, dass die frühere zentralisierte External-Storage-State-Synchronisierung nicht mehr akzeptiert wird. Der öffentlich abgefragte Knoten lief am 21. Juli bereits mit nearcore 2.13.1, also einer Patchversion oberhalb des ursprünglichen 2.13.0-Upgrades.

Fazit zum NEAR Protocol Upgrade

NEAR hat mit Protokollversion 86 zwei lange vorbereitete Funktionen ins Mainnet gebracht: eine optionale FIPS-204-kompatible Signaturmethode und automatische Shard-Teilung. Besonders die Trennung von Konto-ID und austauschbaren Zugriffsschlüsseln macht eine schrittweise Post-Quanten-Migration technisch praktikabel.

Entscheidend ist nun die Umsetzung: Wallet-Support, tatsächliche Schlüsselrotation, Betriebserfahrung und die Leistung dynamischer Shard-Übergänge. Das Upgrade ist deshalb berichtenswert, ohne daraus einen Kursimpuls oder vollständigen Quantenschutz abzuleiten. Stand der Recherche ist der 21. Juli 2026, 13:10 Uhr CEST.

Quellen

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